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Georg Michael Wittmann (1760–1833)

Lebensweg

Georg Michael Wittmann wurde am 22. Januar 1760 als Sohn des Hammergutsbesitzers Franz Michael Wittmann und dessen Frau Maria Anna in Finkenhammer bei Pleystein geboren. Von 1769 bis 1778 besuchte er das Amberger Gymnasium (heute Erasmus-Gymnasium). Sein Aufenthalt fällt in eine Zeit des Umbruchs: Leiteten anfangs noch die Jesuiten die Schule, so sprach man nach der Aufhebung dieses Ordens im Jahre 1773 vom „Kurfürstlichen Gymnasium“. Während seiner Schulzeit in Amberg logierte er bei einer Familie in der Nähe der Frauenkirche.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums studierte er Theologie und Philosophie am kurfürstlichen Seminarium Carolinum in Heidelberg. Dass er ein herausragender Student gewesen sein muss, bezeugt seine frühe Promotion zum Doktor der Philosophie (1779) und die vorzeitige Priesterweihe am 21. Dezember 1782, zu der aufgrund seines jungen Alters eine Sondergenehmigung eingeholt werden musste. Nach gut fünfjährigem Kaplansdienst an verschiedenen Orten des Bistums Regensburg wurde er 1788 zum Subregens (stellvertretender Leiter des Priesterseminars) in Regensburg ernannt, im Jahre 1802 rückte er zum Regens (Leiter) auf. Zwischen 1804 und 1829 bekleidete er das Amt des Dompfarrers und wurde während dieser Zeit (1821) in das Domkapitel aufgenommen, verzichtete jedoch auf die Würde des Dompropstes. Im Jahre 1829 wurde er zum Weihbischof und drei Jahre später, im Juli 1832, von Bayernkönig Ludwig I. zum Diözesanbischof von Regensburg ernannt. Sein Bischofsamt konnte er jedoch nicht mehr antreten, da er, noch vor der offiziellen kirchlichen Einsetzung, am 8. März 1833 verstarb.

Wirken

Obwohl es ihm verwehrt war, den Bischofsstuhl zu besteigen, hinterließ er dennoch segensreiche Spuren. So reformierte er als in Frömmigkeit und Bescheidenheit vorbildlicher Regens des Priesterseminars die Priesterausbildung: In der aus kirchlicher Sicht schweren Zeit um 1800 erneuerte er die Moral der Priesteramtskandidaten nach nahezu mönchischen Idealen. Durchdrungen von karitativen Gedanken initiierte er zusammen mit der später seliggesprochenen Maria Theresia Gerhardinger die Gründung der Kongregation der „Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau“, die sich für die Schulbildung der Mädchen einsetzte.

Auch schriftstellerisch trat Wittmann in Erscheinung: Er verfasste mehrere deutsche und lateinische Schriften zu theologisch-moralischen Themen, z.B. zum Zölibat und zur Mischehe. Zur Hebung der Volksfrömmigkeit übersetzte er zudem das Neue Testament sowie die Psalmen Davids in eine zeitgemäße Volkssprache.

Dass er nicht nur Gelehrter, sondern auch tatkräftiger Seelsorger war, beweist nicht zuletzt sein selbstloser Einsatz beim Brand Regensburgs 1809 im Zuge der Napoleonischen Kriege. Hier packte er selbst bei der Versorgung der obdachlos gewordenen Bewohner mit an und organisierte finanzielle Unterstützung auch im Ausland. Ebenso tätig wurde er bei einem starken Donauhochwasser in der Domstadt im Jahre 1813. Daneben organisierte er Suppenküchen für die arme und notleidende Bevölkerung.

Für seine theologischen Leistungen wurde ihm 1829 der Ehrendoktor der Theologie verliehen; seine vorbildliche moralische Haltung und sein vielfältiges segensreiches Wirken führte dazu, dass ihm 2019 Papst Franziskus den heroischen Tugendgrad zugestand, ein Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung. Wittmann ist damit wohl der einzige ehemalige „EGler“ mit Aussichten auf die Kanonisation.

NB: Ein weiterer ehemaliger Schüler unserer Schule schaffte es ca. 30 Jahre nach Wittmann sogar für ein halbes Jahrhundert auf den Regensburger Bischofsstuhl: Ignatius von Senestrey, geb. 1818 in Bärnau bei Tirschenreuth, Bischof von Regensburg von 1858 bis 1906, besuchte ab 1829 für einige Zeit das Amberger Gymnasium. In seine Zeit fällt die Vollendung der Regensburger Domtürme (1860-69).

Quellen:

www.deutsche-biographie.de/gnd118634380.html (19.02.26)
www.bischof-michael-wittmann-stiftung.de/bischof-michael-wittmann/ (19.02.26)
zu Senestrey: www.deutsche-biographie.de/gnd118613235.html (19.02.26)

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