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Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim (1905–1944)

Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim (* 25. März 1905 in München; † 20. Juli 1944 in Berlin) war Oberst im Generalstab und ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er gehörte zum engsten Kreis um Claus Schenk Graf von Stauffenberg beim Attentat vom 20. Juli 1944.

Lebensweg

Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim wurde als Sohn eines Offiziers und dessen Frau Eleonore, geborene Hohmann, in München geboren. Mit der Versetzung von Albrechts Vater Hermann vom Generalstab des III. Armeekorps zum 6. Infanterieregiment siedelte die Familie nach Amberg um und wohnte hier in der Alten Veste am Eichenforstgässchen. 

Im Jahr 1914 trat Albrecht Mertz von Quirnheim im Alter von neun Jahren in das Humanistische Gymnasium -  das heutige Erasmus-Gymnasium - ein. Er besuchte das  Erasmus-Gymnasium jedoch nur bis zum Jahr 1920.

Denn als sein Vater 1919 nach Potsdam versetzt wurde, um dort die Leitung des neu gegründeten Reichsarchivs zu übernehmen, zog die Familie nach Berlin um. Nach dem Abitur 1923 folgte für Albrecht eine Ausbildung zum Berufsoffizier in Landshut, Bamberg und Berlin. Bei einem Offizierslehrgang in Dresden freundete sich Albrecht Mertz von Quirnheim 1925 mit seinem Jahrgangskameraden Claus Schenk Graf von Stauffenberg an, mit dem er später auch die Generalstabsausbildung an der Kriegsakademie in Berlin absolvieren sollte. 1938 bis 1940 wurde Mertz von Quirnheim im Generalskommando des V. Armeekorps verwendet, danach im Range eines Majors als Leiter des Referats „Organisation und Demobilmachung“ in der Organisationsabteilung des Generalstabs des Heeres. Nach der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs durch Adolf Hitler hatte Mertz von Quirnheim mehrere Kriegseinsätze in Polen und Frankreich. 1941 schließlich war er im Führerhauptquartier „Werwolf“ bei Winniza an der Ostfront eingesetzt. Im November 1942 wurde er Chef des Generalstabs des XXIX. Armeekorps und 1943 Oberst. 1943 heiratete er Hilde Baier. 

Abwendung vom NS-Regime

Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim stand der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zunächst durchaus positiv gegenüber. Mit Kriegsbeginn jedoch wuchs seine Distanz zum Regime der Nationalsozialisten. 1941 geriet er mit dem Reichsminister für die besetzten Gebiete Alfred Rosenberg in Konflikt, da Mertz von Quirnheim eine humanere Behandlung der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten forderte. Aufgrund seiner Einblicke in die Verbrechen des NS-Regimes wurde er zum entschiedenen Gegner Hitlers und nahm Kontakt zu Kreisen des deutschen Widerstands auf. Schließlich entschloss sich Mertz von Quirnheim dazu, das in militärischen Kreisen geplante Attentat auf Hitler zu unterstützen. Seit September 1943 war er in den Plan, Adolf Hitler durch ein Attentat zu beseitigen, eingeweiht. Gemeinsam mit dem General der Infanterie Friedrich Olbricht und von Stauffenberg arbeitete er an Änderungen des Operationsplans „Walküre“, der eigentlich im Falle eines Aufstands von Fremdarbeitern im Reich zur Anwendung kommen sollte. 1944 tritt Mertz von Quirnheim die Nachfolge Stauffenbergs im Allgemeinen Heeresamt in Berlin, im sogenannten Bendlerblock, an. 

Operation Walküre

Albrecht Mertz von Quirnheim wurde Teil des engsten Kreises derjenigen, die die als „Operation Walküre“ getarnten Umsturzpläne vorbereiteten und zu raschem Handeln drängten. Am 20. Juli 1944 platzierte von Stauffenberg eine Bombe im Führerhauptquartier Wolfsschanze und ließ sie während einer Besprechung der Obersten Heeresführung explodieren. Stauffenberg kehrte im Glauben, dass Hitler tot sei, nach Berlin zurück. Albrecht Mertz von Quirnheim ließ das Fernschreiben, welches die Operation „Walküre“ auslösen sollte, abschicken. Angesichts der jedoch unklaren Lage versuchten Stauffenberg und Mertz von Quirnheim, weitere hohe Offiziere für den Umsturz zugewinnen.

Hitler jedoch überlebte den Anschlag, so dass der Umsturz scheiterte. Die Verschwörer um Graf von Stauffenberg wurden verhaftet. Im Hof des Bendlerblockes in Berlin wurden um Mitternacht Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Werner von Haeften, Friedrich Olbricht und Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim erschossen. Die Leichen wurden später verbrannt und die Asche über Felder verstreut, um ein Andenken zu verhindern.

Quellen:

Jooß, Christa, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Seine Rolle im Widerstand gegen Hitler, in: Festschrift „375 Jahre Erasmus-Gymnasium Amberg“, S. 132-134
Gedenkstätte Deutscher Widerstand: https://www.gdw-berlin.de
Deutsche Biographie: https://www.deutsche-biographie.de/gnd129585068.html
Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Mertz_von_Quirnheim

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