Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans Troidl (1938–2020)
Hans Troidl wurde am 5. Juli 1938 in Schwarzenfeld geboren und besuchte von 1949 bis 1959 das Humanistische Gymnasium Amberg (heute Erasmus-Gymnasium). Von 1959 bis 1964 studierte er in München Medizin und absolvierte bis 1968 bei Prof. Rudolf Zenker, der für die erste gelungene Herztransplantation in Deutschland bekannt ist, eine Ausbildung zum Allgemeinchirurgen. Daneben hörte er Vorlesungen in Philosophie und Wissenschaftstheorie bei Karl Popper. Troidls Habilitation erfolgte 1969 bis 1978 in Marburg bei Prof. Horst Hamelmann. Nach einer Stelle als außerplanmäßiger Professor in Kiel wurde ihm im Jahr 1981 eine Professur am Lehrstuhl für Chirurgie der Universität Köln übertragen; gleichzeitig übernahm er die Leitung der Chirurgischen Klinik Köln-Merheim. Beide Posten behielt Troidl bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003.
Troidl hat sich vor allem auf dem Gebiet der Endoskopie bzw. minimal-invasiven Chirurgie einen Namen gemacht. So führte er im Oktober 1989 zum ersten Mal in der Medizingeschichte eine Laparoskopie der Gallenblase durch. Gemäß seinem Leitsatz „Wissen, Können, Machen, Kümmern und der systematische Zweifel sind es!“ entwickelte Troidl zahlreiche neue Ansätze in mehreren Bereichen der Medizin, was sich auch in seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen niederschlägt. Seine Schriften und Herausgebertätigkeit umfassen neben seinem Schwerpunkt minimal-invasive Organchirurgie auch Bereiche wie chirurgische Hygiene, Risikomanagement und Ernährung. Er betreute 16 Habilitationen, war Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen medizinischen Gesellschaften und nahm Gastprofessuren in Kanada und den USA wahr. Seine Herausgeber- und Vortragstätigkeit setzte er auch nach der Emeritierung unermüdlich fort.
Troidls Errungenschaften wurden mehrfach auch international honoriert. So wurde er zwischen 1985 und 1995 zum Honorary Fellow der Trauma Society of the American College of Surgery, der Endoscopic and Laparoscopic Surgeons of Asia, der Association Française de Chirurgie und des Royal College of Surgeons of England erklärt. Im Jahr 1996 ernannte ihn die Université Segalen de Bordeaux 2 zum Ehrendoktor (Dr. h.c.). Ein Jahr später erhielt Troidl in München den Erich-Lexer-Preis für besondere Leistungen im Bereich der rekonstruktiven Chirurgie.
Hans Troidl verstarb im Alter von 81 Jahren am 31. Januar 2020 in Köln.
Quellen:
hans.troidl.de (19.02.26)
www.wirtrauern.de/MEDIASERVER/content/LH15/obi_new/2020_2/Hans-Troidl-Traueranzeige-69c3f4ee-eeed-4d95-adc3-7e3edab1335e.pdf (19.02.26)
Jahresberichte des Humanistischen Gymnasiums 1949/50 und 1958/59