Antonio Eduardo Bösl, OFM (1925–2000)
Anton Bösl – so sein Geburtsname – wurde am 21. März 1925 als fünftes Kind des Schuhmachermeisters Georg Bösl und dessen Ehefrau Margarete in Hirschau geboren. Ein Bruder sollte später Bürgermeister seiner Vaterstadt werden.
Seine Gymnasialzeit begann Anton Bösl auf dem Vorbereitungsseminar der Franziskaner in Freystadt; hier erfuhr Bösl vermutlich seine erste Prägung durch den Orden. Anschließend besuchte er das Humanistische Gymnasium (heute Hans-Carossa-Gymnasium) in Landshut, wechselte später jedoch an das Humanistische Gymnasium in Amberg, das heutige Erasmus-Gymnasium, wo er im Jahre 1943 in Kriegszeiten das Abitur ablegte. Nach dem Einzug zum Arbeits- und Militärdienst und einem Lazarettaufenthalt wegen einer Verwundung im Krieg trat er unter dem Ordensnamen Eduard in Dietfurt in den Orden der Franziskaner (OFM, Ordo Fratrum Minorum) ein. Es folgte ein Studium der Theologie und Philosophie an der Ordenshochschule St. Anna in München-Lehel und, am 8. Juli 1951, die Priesterweihe durch Kardinal Michael von Faulhaber.
Bereits ein Jahr später verließ Pater Bösl Bayern in Richtung Bolivien. Dort war er zunächst für ein Jahr Kaplan in Concepción und gründete anschließend im bolivianischen Urwald, im Gebiet der Chiquitanos, die Station El Fortín Libertad, wo er Missionsarbeit leistete. Im Jahre 1970 wurde er zum Superior (Oberen) der Bayerischen Franziskaner in Bolivien ernannt, 1972 zum Apostolischen Vikar (Vorsteher eines noch nicht als vollwertiges Bistum organisierten Missionsgebietes) und bereits wenige Monate später, am 1. April 1973, in der Kathedrale von Concepción zum Bischof des Apostolischen Vikariates Ñuflo de Chávez geweiht. Das ihm unterstellte Gebiet umfasst eine Fläche von 900.000 km2, etwa so groß wie Bayern und Hessen zusammen.
Während seiner Amtszeit als Bischof setzte er sich insbesondere für die Errichtung von Schulen, Krankenhäusern und die Trinkwasserversorgung ein. Ebenso sorgte er mit der Errichtung von Handwerksbetrieben (Sägewerk, Schreinerei, Schnitzerei, Mechanikerwerkstatt) für Arbeitsplätze. In Concepción und Umgebung veranlasste er die Restaurierung der Kathedrale und einer weiteren historisch bedeutsamen Jesuitenkirche, die 1990 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden.
Am 13. Oktober 2000 verstarb Bischof Antonio Eduardo Bösl, wie er in Südamerika genannt wurde, nach langjähriger segensreicher Tätigkeit an Herzversagen.
Für seine Verdienste wurden ihm mehrere Ehrenbürgerwürden verliehen, neben den bolivianischen Wirkungsstätten auch von seiner Geburtsstadt Hirschau (1974). Dort gibt es seit dem Jahr 2000 bei der Pfarrkirche auch einen Bischof-Bösl-Platz zu seinem Andenken. Ferner erhielt er den bolivianischen Staatsorden „Condor de los Andes“ und den Bayerischen Verdienstorden.
Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Bösl (20.02.26)
www.onetz.de/oberpfalz/hirschau/bischof-boesl-25-jahren-seiner-wahlheimat-bolivien-unerwartet-verstorben-id5205419.html (20.02.26)